Teamtage im März 2026
Dank einer großzügigen Spende der Stiftung der Freimaurerloge Roland, die uns bereits in den vergangenen zwei Jahren finanziell unterstützt hat, konnten wir auch in diesem Jahr mit unseren Mitarbeiter*innen zwei externe Fortbildungstage erleben.
An zwei Tagen im März hatten wir für jeweils die Hälfte des Teams eine „Auszeit“ vom Hospizalltag geplant, eine Zeit für Gemeinsamkeit und für neue Perspektiven auf die Hospiz- und Palliativarbeit. In diesem Jahr fanden unsere Teamtage im Kinderhospiz „Sternenbrücke“ in Hamburg-Rissen statt. Der Wunsch, sich mit Kindertrauer auseinanderzusetzen, kam aus dem Team.
In der Sternenbrücke durften wir die Arbeit im Kinderhospiz kennenlernen, die nicht nur die Pflege und Betreuung lebensverkürzt erkrankter Kinder, Jugendlicher und junger Erwachsener umfasst, sondern auch die Begleitung und Betreuung der Eltern und Geschwisterkinder. Ein wichtiger Bereich dieser Arbeit ist die Trauerarbeit, die oft schon lange vor dem Versterben der Kinder in der Versorgung beginnt.
Die Trauerarbeit mit Kindern war der Schwerpunkt der Fortbildung an diesem Tag. Wir hatten als Team viele Fragen mitgebracht.
In unserer täglichen Arbeit im Hospiz am Israelitischen Krankenhaus begegnen uns immer wieder Familien. Oft sind es die Enkel und Kinder, vom Säugling bis zum jungen Erwachsenen, die ihre Großeltern und Eltern bei uns verabschieden. Auch sie begleiten wir in ihrer Trauer und wir wollten mehr darüber lernen, wie wir sie am besten darin unterstützen können.
Zwei erfahrene Trauerbegleiterinnen im Kinderhospiz „Sternenbrücke“ haben uns in ihren Alltag mitgenommen und von ihren langjährigen Erfahrungen im Umgang mit den Familien vor Ort berichtet. Im Kinderhospiz werden die Kinder und ihre Familien häufig über Jahre begleitet, es sind Familien, die ein schwerkrankes Kind haben und für eine sogenannte „Entlastungspflege“ den Aufenthalt im Hospiz nutzen können. Eltern und Geschwister dürfen für eine geraume Zeit eine Pflege-Pause einlegen, auftanken, Kraft schöpfen. Ein großes Team an Pflegekräften, Ärzt*innen und Therapeut*innen steht zur Verfügung. Eltern, Geschwister und das erkrankte Kind werden aufgefangen und bekommen entsprechende Unterstützung. Wir erfuhren von den verschiedensten Angeboten im Kinderhospiz. Es ist ein Ort, der Wärme, Geborgenheit und ganz viel Fröhlichkeit ausstrahlt.
Wir durften lernen, dass es viele Möglichkeiten gibt, um mit den Kindern in Kontakt zu kommen. Manchmal hilft es, einfach zu reden, manchmal ist es das gemeinsame Spielen oder Toben im großen Garten oder auch eines der Bücher zu lesen, welche auf unterschiedliche Weise den Tod, das Sterben und die Trauer darstellen.
Sabine Behrend und Lisa Petersohn berichteten so lebendig und voller Engagement, dass wir spürten, keine Angst vor dem Umgang mit trauernden Kindern haben zu müssen. Kinder sind spontan, fragen direkt und können mit klaren, deutlichen und altersgemäßen Antworten gut umgehen.
Lisa und Sabine sprechen von der „Pfützen-Trauer“ bei Kindern, sie springen von Pfütze zu Pfütze, in einem Moment sind sie zutiefst traurig und im nächsten Moment auch wieder fröhlich. Sie sind ganz im Augenblick und zeigen uns, dass kein Gefühl von Dauer ist und alles sein darf.
Wir haben diese intensiven Tage miteinander genossen, haben im offenen Austausch voneinander und miteinander gelernt und können die neugewonnenen Aspekte gut in unsere tägliche Arbeit integrieren. Natürlich haben wir nun auch einige neue Kinderbücher in unserer Bibliothek und unserem Gedenkraum, um den Familien mit Kindern, die zu uns kommen, ein wenig dabei zu helfen, über das Sterben und den Tod zu sprechen – bevor dann gleich wieder über den Flur geflitzt wird, um Hospizhund Casper seinen Ball zu werfen, oder zu schauen, ob es etwas Leckeres bei Fadila in der Küche gibt.
Die Teamtage sind ein Geschenk für uns, um immer wieder unsere Arbeit zu reflektieren, uns neuen Themen zu stellen oder bisheriges Wissen zu aktualisieren. Vielen Dank an das Kinderhospiz „Sternenbrücke“ für die Gastfreundschaft und an die Stiftung der Freimaurerloge Roland für ihre großzügige finanzielle Unterstützung.