Kostbare Lebenstage spenden – geht das?
Bei uns im Hospiz ist jeder einzelne Tag besonders kostbar. Spenderinnen und Spender können uns jetzt dabei unterstützen, 365 davon zu finanzieren. Wie soll das gehen? Unsere 365-Tage-Paten übernehmen fünf Prozent der Kosten für eines unserer 14 Einzelzimmer für ein Jahr, denn fünf Prozent der laufenden Kosten müssen Hospize über Spenden finanzieren. Insgesamt sind das 10.000 Euro. Wir danken unseren ersten Patinnen und Paten und freuen uns über viele weitere.
Unsere Paten
Mackprang-Stiftung
Lieber Herr Dr. Hautz, warum engagieren Sie sich als 365-Tage-Pate?
„Die von dem Hamburger Kaufmann Erich Mackprang ins Leben gerufene Mackprang-Stiftung fördert nach dem Willen ihres Stifters seit 2016 vor allem ältere hilfsbedürftige Menschen, insbesondere auch durch die Unterstützung von Hospizen und deren Gästen.
Das Hospiz am Israeltischen Krankenhaus in Hamburg bietet schwerkranken Menschen auf dem letzten Abschnitt ihres Lebens eine hervorragende palliative, medizinische und pflegerische Versorgung und vor allem auch eine zugewandte seelische und psychosoziale Betreuung.
Mit unseren Fördermitteln, die wir dem Hospiz seit längerem zur Verfügung stellen, möchten wir einen Beitrag leisten, den sterbenden Menschen auf ihrem letzten Weg Hilfe und Unterstützung zukommen zu lassen. Dies war ein besonderes Anliegen des 2018 verstorbenen Stifters.“
Was macht Ihren Tag heute kostbar?
„Das Wissen, dass wir durch unsere Spenden als Stiftung mithelfen, Menschen auf ihrer letzter Wegstrecke Hilfe und Unterstützung zukommen zu lassen.“
Marianne Kay, Infinitas - Marianne und Hans-Michael Kay-Stiftung
Liebe Frau Kay, warum engagieren Sie sich als 365-Tage-Patin?
„Das Hospizwesen ist so wichtig. Mit meinem Engagement tue ich, was ich dafür tun kann. Wenn man die Endlichkeit des Lebens spürt, muss dafür gesorgt werden, dass der Mensch sich begleitet von Liebe und Empathie verabschieden darf. Die letzten Schritte sollten genauso behütet werden wie die ersten.
Das Leben als solches ist kein Wunschkonzert. Im Laufe der Jahre des Engagements unserer Stiftung haben wir immer wieder feststellen müssen, dass es viele Menschen gibt, die ganz alleine sind. Und auch, dass viele Familien es nicht schaffen, ihre schwer erkrankten Angehörigen so zu begleiten, wie sie es gerne würden. Die Pflege, die die professionell Pflegenden in einem Hospiz übernehmen, ist nicht ersetzbar. Für die Familien ist die Belastung oftmals zu groß. Auch die Erfüllung der letzten Wünsche des Gastes ist sehr, sehr wichtig. Bedenken sollten wir, dass nicht jeder Mensch seine Wünsche aktiv mitteilt, weil er oder sie seine oder ihre Angehörigen vielleicht nicht belasten oder ihnen keine Arbeit bereiten möchte. Aus diesem Grund möchte ich die Angehörigen und Freunde ermutigen, nach den Wünschen ihrer Lieben zu fragen. Das können Gesten und Berührungen sein: Etwa Haut an der Hand oder Wange zu spüren, kann Wohlgefühl bringen.
Der Gedanke an einen erfüllten Wunsch freut und trägt dann – den betroffenen Menschen selbst und seine An- und Zugehörigen.“
Liebe Frau Kay, was macht einen Tag aus Ihrer Sicht kostbar?
„Ein Erlebnis in Gemeinschaft, zusammen sein zu können – das ist so unheimlich wertvoll!“
...Marianne Kay hat uns auch erzählt, dass ihr Vater sie stets ermutigt habe, zu tun, was sie zu tun gedachte: „’Was möchtest Du machen?’, fragte er, und ‚traust Du es Dir zu?’ – ‚Dann mach es!’“
Danke, liebe Frau Kay, für Ihr Engagement und für diese ermutigenden Worte!
Kristina Eckardt
Liebe Frau Eckardt, was hat Sie dazu bewegt, eine 365-Tage-Patenschaft zu übernehmen?
„Zu dieser besonderen Spende habe ich mich entschlossen, weil meinem verstorbenen Mann und auch mir so viel Empathie entgegengebracht wurde, dass ich das Gefühl hatte, etwas zurückgeben zu wollen.
Ich vermisse meinen Mann ganz stark, aber auf eine „beruhigende Art“.
Dankbar bin ich ihm für die vielen Gespräche, die wir immer sehr offen miteinander geführt haben. Was ist, wenn...? Zusammen haben wir festgelegt, in welche Richtung der schwere Weg uns führen soll. Nach dem Absetzen der Chemotherapien folgte 2025 ein gutes Jahr mit vielen wunderbaren Momenten.
2026 war der Krebs wieder präsent. Die größte Angst meines Mannes war nicht der Tod, sondern die Furcht vor starken Schmerzen und davor, mich allein zu lassen. Dank der einfühlsamen Palliativpflege im Israelitischen Krankenhaus wurden ihm die Schmerzen genommen. Ich hoffe, dass ich ihm auch die Angst nehmen konnte, mich zurück zu lassen.
Es schmerzt ungemein, den liebsten Menschen zu verlieren, ihn aber so friedlich und auch entspannt verabschieden zu können, war für mich sehr hilfreich. Dieses Bild behalte ich in Erinnerung. Mein Mann war in besten Händen.
Und nicht nur der Patient oder Gast, sondern auch die Angehörigen werden hier aufgefangen. Dafür bin ich sehr dankbar und deshalb habe ich diese Patenschaft übernommen.
Ich möchte anderen Angehörigen auch dieses gute Gefühl ermöglichen, zu wissen, dass der Partner oder Elternteil hier im Hospiz am Israelitischen Krankenhaus in guten Händen ist. Dass auch sie auf eine „beruhigende Art“ trauern können.
Und ich weiß genau, es wäre auch im Sinne von meinem Mann gewesen. Er hätte sich gefreut!“
Liebe Frau Eckardt, was macht einen Tag aus Ihrer Sicht kostbar?
„Meine Erinnerungen an 33 wunderbare Jahre mit meinem Mann und, dass er vorausschauend geplant und mich gut versorgt zurückgelassen hat. Das ist sehr kostbar und dafür bin ich ihm sehr dankbar.“
Danke, liebe Frau Eckardt, für Ihr Engagement und für Ihre berührenden Worte!